Reinigungsprinzip der Roboter

Ratgeber

RatgeberRoboter-Staubsauger versorgen sich bekanntlich über Akkus mit Strom, sie haben somit nicht unbegrenzt an Energie für die Reinigung zur Verfügung. Dies ist eines der weiteren Probleme mit denen die Hersteller kämpfen.

Man muss bedenken, dass herkömmliche Haushaltsstaubsauger schon Leistungsaufnahmen von bald 2000 Watt hatten. Lange Zeit stieg jedes Jahr  die Leistungsaufnahme von herkömmlichen Staubsaugern um mehrere hundert Watt.

Zum Einen um immer mehr Saugleistung und zum Anderen sicher auch um ein neues Kaufargument vorweisen zu können. Erst als die EU im Jahre 2014 eine Richtlinie mit einer Begrenzung von 1400 Watt herausbrachte, hatte dieser Wettlauf endlich ein Ende! Ein Problem war nämlich, dass alleine die Leistung nicht immer auch die beste Saugleistung garantiert. Entscheidend ist auch der Wirkungsgrad und die Verarbeitung. Wenn die Verarbeitung des Gerätes schlecht ist, zum Beispiel keine oder ungenaue Dichtungen verarbeitet wurden, dann fällte die Saugleistung schnell erheblich ab. Aber darauf hatten die Kunden weniger geschaut, der erste Blick war immer nur die Leistung!

Aber wieder zurück zum Roboter. Du wirst es nicht glauben, aber solche Geräte müssen die Reinigung oft mit unter 30 Watt bewältigen. Das beste Gerät mit der stärksten Leistungsaufnahme liegt derzeit bei ca. 70 Watt. Dabei gehen meistens auch noch einige Watt für Antrieb und Elektronik drauf, also das ist oft noch nicht mal die reine Saugleistung.

70 Watt beim Roboter und 1400 Watt bei einem herkömmlichen Staubsauger!

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In der Tat ist also selbst ein sehr guter Roboter in seiner Saugleistung um ca. das 20 fache schwächer! Tatsächlich hätten die Roboter große Schwierigkeiten eine sichtbare Reinigung zu erzielen, wenn diese nur auf diese Saugleistung setzen würden. Um dieses Manko ein wenig auszugleichen setzen fast alle Roboter auf rotierende Reinigungsbürsten.Manche Systeme verwenden zwei gegenläufige Bürsten und manche Systeme versuchen mit einer Bürste aus zukommen.
Durch diese Bürste wird der Schmutz quasi hochgewirbelt und größere Schmutzteilchen meistens direkt in den Auffangbehälter geschleudert. Die geringe Saugleistung wird gleichzeitig genutzt um den aufgewirbelten Staub und Haare anzusaugen. Aufgewirbelte Verschmutzungen lassen sich wesentlich leichter einsaugen als Teilchen die am Boden haften, probiere es doch selbst mal mit deinem Staubsauger aus!
Ein weiter Vorteil der Roboter ist, dass das Schmutzfach sich quasi sehr nah am Boden befindet, der Schmutz muss also keine langen Schläuche entlang gesaugt werden.

Ideal zum Beispiel für Tierbesitzer

iRobot Roomba 880 Gummi-Extratoren
Gummi-Extratoren

Durch dieses Bürstenprinzip erreichen also Roboter durchaus einen deutlich sichtbare Reinigungsleistung. Insbesondere die gröberen Schmutzteilchen , die Teilchen die das Auge stören, werden von guten Robotern recht gut beseitigt. Auch Tierhaare gehören zu dem Schmutz, welche Roboter mit ihren Bürsten gut beseitigen, sogar oft besser als ein herkömmlicher Staubsauger ohne Bürsten.
Für Tierbesitzer können als Roboter eine tolle Sache sein! Der Haken an der Sache ist nur, dass sich Haare auch um die Bürsten wickeln. Bei einigen Modellen wickeln sich diese mit der Zeit auch um die Radachsen. Die Bürsten und Räder müssen also öfters kontrolliert und gereinigt werden. Da Roboter gewöhnlich täglich die Zimmer reinigen sollten, kann es bei Tierbesitzern schon sein, dass die Bürsten alle zwei Tage gesäubert werden müssen.
Seit neusten gibt es auch Modelle die statt Bürsten sogenannte Gummi-Extraktoren einsetzen. Sie sollen die Wartung erheblich reduzieren da sich Haare nicht mehr so oft darum wickeln. Schau doch mal auf meine Empfehlungsseite, dort habe ich gerade ein solches Gerät empfohlen. Wie gut sich  Gummi-Extraktoren in der Praxis schlagen sieht man auch in dem Test des Roomba 880.

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Mit Seitenbürsten in die Ecke

Seitenbürste eines Roboters
Seitenbürste eines Roboters

Die Bürsten werden von den Herstellern möglichst breit ausgelegt damit auch nahe an Wänden oder Schränken gereinigt wird. Leider ist es technisch kaum möglich bis an den äußersten Rand zu reinigen, die Bürsten müssen schließlich irgendwo gelagert und angetrieben werden. Daher setzen gute Roboter neben den unteren Bürsten noch eine oder zwei rotierende Seitenbürsten ein. Diese Seitenbürsten sehen oft recht unscheinbar aus, ein wenig wie ein Propeller.  Diese Bürsten erreichen im Idealfall auch den restlichen Randbereich sowie Eckbereich in den der Roboter sonst nicht käme. Ihre Aufgabe besteht darin, das sie den Schmutz aus der Ecke herausholen und vor die normalen Bürsten schleudern. Dort wird der Schmutz  wie üblich aufgenommen. Dieses Prinzip funktioniert in der Praxis oft überraschend gut. Die Seitenbürsten sind mit sehr weichen Borsten versehen, da sie oft auch Ränder oder Möbel berühren aber so keinen Schaden anrichten.

Es gibt auf dem Markt aber auch noch eine ganze Reihe von günstigen Geräten, welche diese Seitenbürsten nicht besitzen. In der Regel haben diese auch keine andere Technologie um die Ecken zu erreichen, sie lassen also den Schmutz in Ecken und oft auch direkt am Rand, einfach liegen.  Oft sind das Geräte oder Nachbauten aus China, die unter den unterschiedlichsten Namen angeboten werden.

Normale Bodenstaubsauger deutlich besser in punkto Saugleistung

Obwohl Roboterstaubsauger auf den ersten Blick durchaus gute Reinigungsergebnisse erzielen, muss man sich aber bewusst machen, dass diese nicht wirklich mit herkömmlichen Staubsaugern konkurrieren können, insbesondere nicht mit Staubsaugern welche ebenfalls über eine Bürste verfügen. Der Saugleistungsunterschied ist einfach zu groß, herkömmliche Staubsauger erreichen bei Teppichen einfach eine tiefer gehende Reinigung.
Dies bestätigt im übrigen auch die Stiftung Warentest in einem Test vom Februar 2015 auf ihrer Webseite.

Zitat Stiftung Warentest (Webseite 2/2015):

Selbst die besten Kleinen konnten nicht mit guten Bodenstaubsaugern konkurrieren. Ihnen fehlte dafür die Saugkraft. Der stärkste Roboter holte nicht einmal halb so viel Staub aus dem Teppichboden heraus wie ein großes Gerät. Nach den Maßstäben für Bodenstaubsauger beurteilt, hätten alle Testkandidaten schlecht abgeschnitten

Ich stimme nicht immer mit dem Aussagen und Testergebnissen der Stiftung Warentest überein, aber hier kann ich zustimmen!  Allerdings trifft die Aussage nur auf Staub zu und einem Vergleich mit einem Elektro-Bürstensauger. Zum Beispiel bei Tierhaaren und ein Vergleich mit einem Hausstaubsauger ohne Bürsten kann das Ergebnis ganz anders aussehen.

Die Kombination kann die Lösung sein

Das heißt aber nicht ,dass Roboterstaubsauger keinen Sinn machen,schließlich kann man beides auch kombinieren. Empfehlen würde ich einfach täglich den Roboter für die Reinigung zu nutzen, bei guten Geräten kann man dies einprogrammieren. Wenn man dann ein- oder zweimal in der Woche zusätzlich mit einem herkömmlichen Staubsauger durchgeht, dann kann das ein guter Kompromiss sein.
Hat man kaum oder keinen Teppichboden sondern vielleicht nur Laminatboden, so schlägt sich der Roboter sogar noch ein ganzes Stück besser!

Tipp

 

Tipps

  • Erwarte nicht, dass ein Roboter-Staubsauger deine Wohnung so gründlich und tiefgehend reinigt wie es ein guter herkömmlicher Staubsauger könnte. Nutze die Kombination aus beidem!
  • Wenn du Tiere besitzt achte darauf, dass der Roboter eine für Tierhaare optimierte Technik (z.B. Gummi-Extraktoren statt Bürste) oder zumindest eine leicht wartbare Bürste besitzt.
  • Achte darauf, dass der Roboter-Staubsauger Vorrichtungen besitzt um auch Ränder und Ecken zu säubern, gewöhnlich sind das eine oder zwei rotierende Seitenbürsten. Meistens reicht eine aus, da diese Roboter-Staubsauger so programmiert sind, das sie am Rand immer die Seite mit der Seitenbürste nutzen(einfach durch Wahl der Fahrtrichtung).